Mit „Arschbomben" in die Innerste

Holler Nachrichten, 24.09.2009

Grasdorf (hs/hak). Zwei Tage Dorffest in Grasdorf: Es begann mit spielerisch und sportlichem Spektakel an und in der Innerste und ging tags drauf weiter mit einem Gottesdienst und großem gemeinsamen Mittagessen unter dem Maibaum. Dazu ein Wetter, das keine Wünsche offen ließ. Programm, Organisation und ein toller Besucherzuspruch waren die Zutaten für ein wunderschönes Fest, das seine Entstehung dem Projekt Dorfsichten verdankt, wie Guido Klages der Sprecher der Arbeitsgemeinsaft (AG) Dorffest wissen ließ.
Im Rahmen der Eröffnung des Festes erzählte Ortsbürgermeister Hans-Adolf Knopp die Legende vom „Schwarzen Huhn". Eine Braugruppe in Grasdorf hatte eigens für die Feier ein Bier gebraut, das diesen Namen erhielt. Von alters her soll die Legende von der Innerste stammen. So wurde dieses Bier gebraut, um den Bestand an schwarzen Hühnern im Innerstetal zu schonen, denn ein Maß des Bieres vermag die Innerste zu besänftigen. Horst-Günther Bode, Mitglied der Braugruppe, goss ein Maß in den Fluss, um ihn für die kommenden Ereignisse sanft zu stimmen.
Beim Spiel ohne Grenzen, von Heinrich Hartmann und seinen Mitstreitern organisiert, waren sportliches Geschick, Kraft und pfiffige Raffinesse in den Disziplinen gefragt. So mussten die Gruppen auf zwei Holzskiern einen Parcours bewältigen, mit durchlöcherten Eimern über eine anstrengende Strecke Wasser sammeln, Ball und Reifen schnell über einen Parcours bringen. Zum Abschluss traten dann ausgewählte Mitglieder zum Innerstesprung an, in diesem Fall ein „Arschbombenwettbewerb". Je lauter der Klatsch, desto mehr Punkte gab es.
Das Wasser im etwa vier Meter tiefen Fluss hatte eine Temperatur von 16 Grad. Aber nicht nur die Mitglieder der Gruppen stürzten sich kühn in die Fluten, auch andere Festteilnehmer - so auch Knopp und dessen Stellvertreter Hartmann. Um möglichst viele Zuschauer an die Innerste zu locken, hatte die AG Dorffest Leckereien bereitgestellt. Neben Wein und anderen Getränken wurde das „Schwarze Huhn" bevorzugt. Heinz Husemann, Dietmar Keller und Bode als Verkäufer der Gruppe mussten schon vor Ende des Tages ihren Stand schließen. Sie hatten von den acht Fässern für den nächsten Tag gerade noch eins übrig.
Nach Einbruch der Dämmerung konnten die Zuschauer schon einmal die Bilder vom Spiel ohne Grenzen und dem Innerstesprung ansehen, bevor dann alte Filme von Grasdorfer Festen aus den 50-iger und 60-iger fahren gezeigt wurden. Jan Zantopf als verantwortlicher Ton- und Bildtechniker illuminierte am späten Abend das Innerste Ufer in prächtigen Farben. Kräftige Holzscheite, spendiert von der Firma Röbbeln, loderten in mehreren Feuertonnen.
Mit einem ökumenischen Gottesdienst begann in der sonnendurchfluteten Marienkirche der nächste Festtag. Pfarrer Stefan Lampe und Pastor Peter Michael Wiegandt feierten einen stimmungsvollen Dorffest-Gottesdienst. Gegen 12 Uhr fanden sich dann die Teilnehmer zum gemeinsamen Mittagessen unter dem Maibaum ein. Auf der Grünfläche vor der Hofanlage der Familie Richers wurden Sitzgarnituren aufgestellt, und die Tische mit Blumenschmuck dekoriert. Markus Pinkepank, Inhaber der Grasdorfer Kutscherstuben, servierte mit seinem Team fast genau 200 Mittagessen, die zuvor zubereitet wurden.
Gestärkt wurden die auswärtigen Gäste zum 20-jährigen Bestehen der örtlichen Seniorengymnastikgruppe empfangen, die Übungsleiterin Edith Knopp bei Kaffee und selbstgebackenen Torten und Kuchen begrüßte. Nach Glückwünschen und Vorführungen startete das Kinderfest. Wieder erfreute eine Hüpfburg die kleinen und größeren Kinder. Dosenschießen, Autorennen und Goldkörner aus dem Sand sieben, erfreute die Kinder. Schiffewaren derRenner, wenn es darum ging, aus Holzresten etwas selber zu bauen. Und nicht zuletzt das Kistenstapeln. Obwohl Robert Malutzki an diesem Tag Geburtstag hatte, ließ er es sich nicht nehmen, den Kindern die Kisten anzureichen. Am späten Abend ging nach Aufräumungsarbeit auch für alle Helfer ein unvergessliches Fest zu Ende.