Gartenmesse und Kulturprogramm in Derneburg

RUBS, 16.09.2009

DERNEBURG. Was wäre ein Garten ohne Gartenfest? Wo feiert es sich schöner als in einem blühenden Garten? Diese Weisheit haben sich der Förderverein Landschaftspark Derneburg und das Glashaus zu Herzen genommen und das inzwischen 4. Gartenfest im ehemaligen Landschaftspark organisiert, zu dem fast 3000 Besucher auf die Wiese zwischen Glashaus und Gärtnerhaus kamen.
Den Derneburger Landschaftspark gibt es schon seit fast 200 Jahren. Was vom Grafen Ernst zu Münster ab 1814 kunstvoll angelegt und von seinen Nachfahren gepflegt wurde, verfiel nach dem 2. Weltkrieg zunehmend. Erst 1988 konnten die Bauten des Gartens wieder hergestellt werden und mit dem Glashaus hat der Garten einen neuen öffentlichen Mittelpunkt bekommen. Wo sich früher nur die höfische Gesellschaft tummeln durfte, kommen heute tausende, um die Schönheit der Anlagen zu genießen.
Unter den melodiösen Klängen des Bläsercorps Hakkenstedt wurde das Gartenfest eröffnet und bot einen ganzen Tag lang eine gelungene Mischung zwischen Gartenmesse und einem bunten Kulturprogramm. Vor der
romantischen Schlosskulisse erhoben sich Zirkuszelte und eine Vielzahl von Pavillons, unter denen die Händler ihre Produkte anboten. Die Palette reichte von Gartenpflanzen, Gartendekorationen und Gartenplanung bis hin zu Stauden, Blumen, Töpfen, Natursteinen, Schmuck, Obst und Gemüse. Eine gute Gelegenheit für die Besucher sich für die Gestaltung ihres eigenen Gartens Anregungen zu holen und gleich vor Ort einzukaufen.
Das begleitende Kulturprogramm machte den Einkauf zu einem Erlebnis für die ganze Familie: Der Steinmetz Hans Czaikowski zeigte die Bearbeitung von Stein, der Drechsler Horst Husemann bearbeitete drehendes Holz zu Schalen und Pflanzen. In der Malschule Rose-Krampe konnten die Besucher selber malen oder sich die Ergebnisse der Kurse anschauen. Der Künstler Hans-Jürgen Schmejkal portraitierte die Besucher und ihre Hunde. Zwischen den Besuchern und den Ständen spazierten die Goselagerer, zwei mittelalterliche Musikanten, die mit Laute, Dudelsack und Trommeln für altertümliche Unterhaltung sorgten. An den Tischen sorgte der Zauberer und Entertainer Andy Clapp für Unruhe, in dem er teuren Familienschmuck mit viel Humor einfach verschwinden ließ. Mit viel Stil, in Anzug und Fliege, hinterließ er mit kleinen und großen Wundern ein staunendes Publikum. Die Gehörgänger griffen sich aus der Menge einzelne Besucher heraus und überbrachten ihnen vielstimmige Ständchen, kleine Geschenke, die zu Herzen gingen.
Wer sich auf die Suche machte, konnte sogar eine Nachfahrin der Familie zu Münster auf dem Ausstellungsgelände entdecken. Gesine zu Münster stammt aus einer Seitenlinie der Grafen zu Münster und verkaufte an
ihrem Stand alte Fotos ihres Vaters Oswald zu Münster und selbst hergestellte Obst-und Kräutersäfte. Mit ihr kamen die Geschichte und viele Geschichten des Schlosses zurück nach Derneburg.
Ab und zu drang das leise Grollen eines Treckermotors vom nahegelegenen Feld. Dort wurden die Gewinner in einem sparsamen Treckerduell ermittelt. Die Besucher pendelten zwischen beiden Veranstaltungen, die im Rahmen des Projekts „Rosen und Rüben" stattfanden, fröhlich hin und her und hatten an diesem Tag in Derneburg viel zu entdecken und zu erleben.