Gärtner freuen sich wieder auf Gäste

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 18.04.2009

Hildesheim (ha). Was vor vier Jahren mit nur wenigen Gärten als Geheimtipp begann, ist inzwischen aus dem Wochenendprogramm der Gartenfreunde in Stadt und Kreis nicht mehr wegzudenken. Von Frühjahr bis Herbst öffnen Gartenbesitzer ihre ganz privaten kleinen Paradiese, um andere Menschen an ihrer Freude über ihre Gärten teilhaben zu lassen. Mehr als 70 Gärten nehmen in diesem Jahr teil. Initiiert wird die Aktion der „offenen Gartenpforte" von dem noch jungen Verein Gartenkultur Hildesheim, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Region mit grünen Akzenten ein bisschen schöner zu machen. Das reicht von neu geschaffenen grünen Oasen in Kindergärten und Schulen bis zu Pflanzaktionen zum Beispiel auf dem Marienfriedhof oder an der Universität. Vorgaben für die „offene Gartenpforte" gibt es nicht. „Was schön ist, entscheidet jeder fürsich selbst", sagt die Vorsitzende Ursula Kreye-Wagner und weiß aus Erfahrung, dass die Teilnehmer ohnehin sehr kritisch gegen sich selbst seien. Deshalb reicht die Bandbreite auch vom großen Bauerngarten mit Buchsbaum gesäumten Beeten bis zum artifiziell gestalteten Garten im japanischen Stil, vom kleinen Stadtgarten mit Kräuterbeet bis zur Anlage, die Anleihen an den berühmten englischen Landschaftsgärten nimmt. Bürgermeister Henning Blum jedenfalls freute sich zum Auftakt der diesjährigen Aktion, zu der alle Gärtner mit offener Pforte ins Rathaus eingeladen waren, über „das Engagement und die Offenheit", mit der Besuchern „Einblick in Ihren ganz privaten Raum" gewährt werde. Gärten als „Oasen der Erholung" trügen ganz entscheidend dazu bei, dasssich die Menschen in der Region wohlfühlten. Auftakt der Gartenbesuche ist bereits am kommenden Wochenende, 25. April. Die Familie Oys in Groß Düngen stellt von 11 bis 16 Uhr im Alten Hof 6a ihren behindertengerechten Garten mit mehr als 300 beschilderten Blumenzwiebel- sorten vor. Mit Zwiebelgewächsen wie Tulpen, Narzissen oder auch Hyazinthen ist der Frühjahrsflor besonders attraktiv. Auf Stauden setzt hingegen die Familie Meyer in Himmelsthür: In der Friedrich-Ebert-Straße 1 erwartet die Besucher von 12 bis 18 Uhr ein japanischer Garten mit Teichen und verschiedenen Gartenräumen hinter dem Haus. Die Kurzbeschreibungen, die die Gartenliebhaber beim Auftakttreffen gaben, lassen ein spannendes Gartenjahr erwarten. Noch im Frühjahr dürfen sich Besucher auf Gärten voll blühender Päonien und Rosen, auf zarte Azaleen, üppige Rhododron oder elegante Schwertlilien freuen. In einigen Gärten sprudeln Quellsteine oder plätschern kleine Bachläufe, in künstlich angelegten Teichen drehen Goldfische, Koikarpfen oder sogar Störe ihre Runden. Einige Aussteller verbinden ihre offene Gartenpforte mit kleinen Kunst- oder Kunsthandwerkausstellungen, wieder andere Gärtner stellen ihre Gastgeberqualitäten mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen unter Beweis. Am 14. Juni kreuzt sich die „Offene Gartenpforte" mit dem Projekt „Rosen und Rüben", etliche Gärten mit Rosen,nicht Rüben, im Landkreis gewähren einen Nachmittag lang einen Blick hinter den Gartenzaun. Im vergangenen Jahr folgten insgesamt mehr als 10 000 Besucher der Einladung. Der Verein Gartenkultur hat ein Gästebuch produziert, in dem die Besucher ihrem Gastgeber ein paar Zeilen widmen können. Programme gibt es in verschiedenen Gärtnereien, die auch als Sponsoren auftreten, in der Touristinfo, bei Coffea in Ochtersum oder im Grünen Landhaus. Das milde Wetter der vergangenen Wochen hat die Natur nach dem langen, harten Winter tüchtig vorran gebracht. Bald blühen hinter den offenen Gartenpforten wieder die Rosen.