Singende Zwerge mit nassen Füßen

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 15.06.2009

Hildesheim (bar). Was für ein Geräusch machen eigentlich Zwerge? Klarer Fall: Die fleißigen Zipfelmützenträger machen bei der Gartenarbeit „uff, uff, uff" oder „hauruck", und zwischendurch singen sie.
Beim Familienpicknick mit Zwergenalarm im Ehrlicherpark ließ sich das gestern live beobachten. Innerhalb einer Viertelstunde hatte Annette Zängle vom Theaterpädagogischen Zentrum eine ganze Horde Kinder auf ihre Zwergenrolle eingeschworen. Die Workshops im weißen Pavillon hatten regen Zulauf; für die Familien auf den Picknickdecken rundum gab es also regelmäßig kostenlose Live-Acts zur Unterhaltung.


"Total zufrieden" war denn auch Nele Stauske mit der Verwirklichung ihres Konzeptes. Das Wetter spielte mit und schon vor der eigentlichen Startzeit rückten die ersten Familien an, um sich einen gemütlichen, witzigen Tag im Park zu machen. So wie die Familien Lorgy, Hartmann und Rahlmeyer, die sich gemeinsam auf der Wiese niedergelassen hatten und sich bestensamüsierten. Von der fünf Monate alten Laila bis zu den Siebenjährigen Tim und Justin waren alle Kinder zufrieden. Im ganzen Park verteilt sah man Eltern lachen und klönen, umringt von Kin-
derwagen und Karren, während Mädchen und Jungen mit rot gemalten Wangen dazwischen herumflitzten.
Gut, dass es so warm war, denn beim Nachwuchs gab es mindestens nasse Füße: Ein kleines Planschbecken, umrahmt von selbst gefüllten Sandsäcken, war von Kindern dicht belagert. Gegenüber konnte mehr oder weniger freiwillig geduscht werden, denn die Regenschirme im Teich hatten wohl ihre Aufgabe falsch verstanden und spuckten kräftig Wasser in die Gegend als Teil der Wasserkunst der Universität.
Das Rosenlabyrinth verlockte viele dazu, seinen gewundenen Wegen zu folgen, umringt von Bild- und Texttafeln über Frauen der Geschichte und Gegenwart. Die Visionen der Frauen von Morgen, die heute noch Schülerinnen der Robert-Bosch-Gesamtschule sind, waren gleich nebenan in Form von Gemälden zu sehen. Das Frauen-Labyrinth-Projekt brachte so die Lebenswelten von Frauen verschiedener Generationen zum Familienpicknick zusammen.